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Empfangsgebäude 1830 bis 1900
Die
Durchgangsbahnhöfe an der ersten Eisenbahnstrecken wurden meist provisorisch aus
Holz gebaut. Manchmal erst nach Jahren wurden Sie durch massive Bauten ersetzt.
Vergleichbar ist der damalige Zustand mir unseren heutigen Containern, die für
die Zeit der Bauarbeiten vor den Empfangsgebäude aufgestellt werden. Die
Endbahnhöfe wurden häufig als Kopfbahnhof ausgeführt und schon während des
Streckenbaus als massives Gebäude errichtet.
Romantik
spiegelt sich im Hauptbahnhof Bremen wieder, Klassisch wirkt der Bahnhof
Wuppertal-Elberfeld mit seinem Säulen und Barock war der Dresdner Hauptbahnhof. Historismus,
vereinigt alle Baustiele von der Romantik bis zum Klassizismus. Im Grunde war
alles Uneinheitlich. Jede historische Form wurde abgewandelt in die aktuelle
Architektur eingebracht. Eine wichtige Bauform jener Zeit war der
Rundbogenstil, der in den 30iger Jahren besonders bei Bahnhofsbauten
angewandt wurde. Empfangsgebäude mussten aber auch den technischen
Gegebenheiten entsprechen. Eine dieser Neuerungen, die erst durch die Eisenbahn
entstanden ist, war die Bahnsteighalle. Eine Halle geformt aus Stahl und Glas
war bis dahin völlig unbekannt. Bahnhöfe wurden zu den "Kathedralen der Technik".
Jeder Bahnhof hatte eine Anzahl von Diensträumen für das Bahnpersonal, die zum
Teil auch im Empfangsgebäude wohnten. Wo mit dem regelmäßigen Empfang von
Fürsten oder des Kaisers gerechnet werden musste, wurden spezielle Räume für die
"hohen Herrschaften" vorgesehen. In Residenzstädten gab es für die Gäste und den
Landesherren teilweise eigene Stationen.
Ende 1919 verfügten die Deutschen Bahnen immerhin über mehr als 1,1 Mio.
Beamte und Arbeiter (zum Vergleich: Ende 1997 268.000).
Jede Region hatte
ihre typischen Baustile. Preußische Gebäude unterschieden sich von denen in
Bayern und diese wieder von denen im Harz. Die ersten Bahnstationen wurden im
nachklassizistischen Rundbogenstil gebaut. Später folgten Spätklassizismus
gemischt mit Formen der Renaissance, Gotik und Barock.
Empfangsgebäude nach 1900
Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte sich mehr und mehr eine
eigene
Bahnhofsarchitektur.
Neben der Bahnhofsuhr als eindeutigem Erkennungsmerkmal wurden Türme, Vorhallen
und Triumphbögen in der Gestaltung mit eingebunden. Nach dem I. Weltkrieg wurden neue Empfangsgebäude wesentlich sparsamer
ausgeführt. Der dekorlose Stil von Bauhaus prägte die Architektur bei Neubauten. Viele Bahnhöfe wurden durch Anbauten ergänzt um den wachsenden
Anforderungen gerecht zu werden. Kleinere Bahnstationen wurden meist zweistöckig
in der für die Gegend typischen Bauweise hergestellt. Im oberen Stockwerk lebte
auch der Bahnhofsvorsteher mit seiner Familie. Bei größeren Empfangsgebäuden
wurden die Bahnhöfe häufig asymmetrisch angeordnet und die Stockwerksanzahl
erhöht. Typisches Beispiel eines solchen Bahnhof ist Frankfurt (Oder). Nach 1932
wurde der "Internationale Baustil" wie der Duisburger oder Düsseldorfer
Hauptbahnhof noch heute zeigen, favorisiert.
Empfangsgebäude nach 1945
Nach dem
II. Weltkrieg waren viele Bahnhöfe total zerstört und mussten komplett neu
Aufgebaut werden. Dem Zeitgeist entsprechend wurde jetzt viel Glas und
Beton für die geschwungenen Stahlbetondächer verwendet.
Der Nierentisch steht für diese Zeit. Dieser Baustiel zeigt sich
im Hauptbahnhof Bochum oder Pforzheim noch heute. Dienstwohnungen wurden nicht mehr in das Bahnhofsgebäude integriert. Die
Eingangshalle war hell und auch in kleinen Bahnhöfen der größte Raum des
Gebäudes. Typische Bahnhöfe dieser Zeit ist Münster. Dieser Bahnhof ist
vollkommen konträr zum restlichen Stadtbild.
Empfangsgebäude 2000
Multifunktionaler
Wartepavillon heißt heute das Zauberwort für den modernen Kleinbahnhof bzw.
Haltepunkt. Genormt und sachlich, sieht man ihn neuerdings auch als
Wartehäuschen auf den Bahnsteigen älterer Bahnhöfe. Wie mit ein
paar Bausteinen zusammengesteckt. So ein Wartepavillon kann auch schon mal größer ausfallen.
Ausgestattet sind die Pavillons mit Fahrausweisautomat, Entwerter,
Abfallbehälter, Aschenbecher, hohe Beleuchtungsstärke; Dämmerungssensor;
360°-Spiegel im roten Turm, Notruf (integriert) und Briefkasten. Die
Komfortausstattung besitzt zusätzlich Infrarot-Heizstrahler im Wartebereich,
Fußbodenheizung und Sitzheizung.
Mit viel Stahl und
Glas wird der moderne Bahnhof des ausgehenden 20. Jahrhunderts gebaut,
wie dies
am Düsseldorfer Flughafen oder am Hannover Messebahnhof zu sehen ist. Der graue Anstrich kombiniert mit Glas unterstreicht
die neue Sachlichkeit und damit passend zu den modernen IC und ICE Zügen der heutigen
Zeit. Allerdings hat die Deutsche
Bahn AG auch ein kulturelles Erbe übernommen, die Erhaltung und Sanierung von
Bahnhöfen aus der Gründerzeit. Ein gutes Beispiel dafür ist der Hauptbahnhof in
Kiel, Minden oder Halle.
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